#bluesky ist eingeknickt gegenüber #maga und ist nicht länger, bzw. war nie das freie und offene soziale Netzwerk, für das es sich angepriesen hat. Sascha Pallenberg hat die Konsequenzen gezogen. Ich meinerseits habe schlechte Erfahrungen mit #mastodon im #fediverse gemacht, aber das ist ein anderes
Die Trump’schen Trolle hebeln bei Bluesky gerade die Community-Regeln aus … Ob bei #bluesky als US-Plattform einer den Mut aufbringt, dies zu sanktionieren?
22.10.2025 14:20 item (@item@hub.visionairenet.org) @Der Pepe (Hubzilla) ⁂ Was ist faktisch passiert? Amerikanische Bundesbehörden haben sich unter merkwürdigen Namen bei Bluesky angemeldet und Statements gebracht wie "nah Bluesky, wir haben gehört das ist ein schöner Platz". Es hanelt sich also offenbar um ein politisch gezieltes Trolling einer linksliberalen Plattform, die aufgrund ihrer Struktur technisch keine Möglichkeit bietet, von autoritären Strukturen oder Einzelpersonen übernommen zu werden.
Ich empfehle die ersten Minuten vom Podcast #hakendran. @Gavin Karlmeier spricht hier, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, von "kollaborierten Trolling". Es ist also eher ein Aktion, die Bluesky torpedieren soll, weil es eben ein Dorn im Auge ist. Dass damit die ganzen Leute, die jetzt an dem Aufschrei beteiligt sind, eigentlich im Sinne der amerikanischen Regierung agieren und freiwillige Helfershelfer, "nützliche Idioten", sind, merken sie gar nicht.
#^ Trollenspiel und Gesichtsverlust (mit Dennis Horn) vonHaken dran – das Social-Media-Update der c'tamYouTube An dem ganzen Aufschrei beweist sich aber vor allem eines: Gar nicht mal so sehr, dass das Mastodon Umfeld eben doch mehr Twitter/X ist als es immer selbst zu glauben scheint, weil es sich nämlich einfach aufscheuchen lässt, sondern es zeigt, dass die allgemeine Vorstellung von Nerds auf Mastodon völlig verkehrt ist. Anhand der Bluesky Diskussion würde ich sagen, basiert das technische Verständnisse auf der Ebene, das auch mein Hund hat. Paradoxerweise erwartet diese Bubble, die sich jetzt empört, ein zentralistisches Eingreifen, dabei haben sich objektiv gesehen einfach nur Regierungsbehörden angemeldet, die als Regierungsbehörden mit einem Haken verifiziert wurden.
Technisch zu Bluesky. Die Mastodon Bubble beweist ihr technisches Unverständnis, und es schwappt auch zu anderen Bubbles im Fediverse rüber, ich lese auch von Leuten, die bei Sharkey sind, einfach nur Dinge, wo ich den Kopf schütteln muss. Was ist denn überhaupt Bluesky? Bluesky ist der Name der Firma, die das AT Protokoll entwickelt und die erste Applikation geschrieben hat. Das AT Protokoll, das sie entwickeln, ist aber unabhängig von der Firma. Dieses Protokoll war die Antwort auf ActivityPub, bei dem klassisch wie bei X/Twitter und anderen alten Socialmedia Systemen der Nutzer seine Beiträge, Follower, Likes etc, bei einer konkreten Firma bzw. der angebotenen Socialmedia Plattform speichert. Geht jemand von X weg, sind seine Beiträge verloren. Alles, was er geschrieben hat, ist verloren. Bei Mastodon ist es sehr ähnlich. Die Nutzer melden sich bei einer Instanz an und überlassen dann ihre Beiträge und die Moderation vollständig dem Instanzinhaber. Mittlerweile wurde das Problem erkannt:
Beim AT Proto ist das gänzlich anders. Die persönlichen Daten, also alles, was Du schreibst, gehört Dir, nicht Bluesky. Man ist auch nicht "auf Bluesky", sondern die eigenen Daten sind getrennt von Anbieter, Firma und deren Strukturen. Man spricht hier von "personal data server" (PDS). Diesen PDS kann ich natürlich von Bluesky verwalten lassen, aber auch von Alternativen wie Blacksky, und derzeit in Arbeit Northsky oder Eurosky. Ich kann diesen PDS aber auch zu Hause auf einem Server liegen haben oder mir irgendwo einen Server anmieten, wo ich meine Daten lagere. Mein PDS liegt auf dem gleichen Server wie meine Hubzilla Instanz. Wenn Bluesky ausfällt oder mir eben die Moderation nicht gefällt, kann ich über Blacksky ins AT Proto Netzwerk gehen, oder eine andere Alternative. Ich kann beim Ausfall aller derzeitigen Zugänge für "Bluesky" auch einfach meinen PDS liegen lassen und irgendwann wieder ins AT Proto gehen und bin eben Herr meiner Daten, was Mastodon Nutzerinnen eben so nicht kennen.
Deswegen entstehen allerdings auch Besonderheiten in der Moderation, Paul Frazee hat dazu geschrieben.
Die Moderation verläuft im ATProto nach einem Labelsystem. Beiträge werden gelabelt und die Nutzerin kann entscheiden, welche Beiträge sie mit einer Verwarnung versehen lassen oder ganz ausblenden möchte. Die Moderationsservices sind zudem unabhängig von Bluesky, ich kann z.b. einen Moderationsservice der schwarzen Community abonnieren, weil ich den begründeten Verdacht habe, dass die Member dieses Teams ein besseres Verständnis von Diskriminierung haben als das wohl mehrheitlich weiße Bluesky Team. Ich kann auch den Moderationsservice von medizinischen Teams abonnieren, die medizinische Falschinformationen als solche labeln. Kurzum, bei "Bluesky" ist also nicht nur der eigenen Datenserver völlig unabhängig von Bluesky, auch die Moderation ist unabhängig.
Mastodon Nutzerinnen, die von "Bluesky" zu Mastodon wechseln, machen also etwas kurioses: sie geben ihren "personal data server" und die Möglichkeit kompetenter Moderation auf und wechseln zu einem System, wo sie dem Instanzinhaber nicht nur ihre Daten zuschreiben, sondern auch die Moderationskompetenz in allen Bereichen zutrauen. Es ist eben ein viel stärkerer Rückfall in Twitter/X Strukturen. Wären sie wenigstens zu Hubzilla oder (streams) gegangen, wo man mit der nomadischen Identität die Kontrolle behält, oder hätte eine eigene Fedinstanz aufgesetzt, um Herr ihrer Daten zu bleiben, aber diejenigen, die jetzt einfach zu einer Mastodon Instanz wechseln und auf Bluesky schimpfen, haben offensichtlich gar nicht das AT Proto System verstanden und Twitter/X steckt tatsächlich noch mehr in ihnen drin als ihnen lieb ist.
Dabei könnte man auch einfach sagen: Mir gefällt das Fediverse besser, deshalb bin ich da. Aber das wäre natürlich zu einfach.