Diesen Link hättest du besser nicht gepostet
Das hier ist ein Beitrag, den ich für solche Fälle bereithalte wie der neulich bei Linkedin. Da hat ein Mann aus meiner Blase einen Link gepostet, den er besser nicht gepostet hätte. Ich kenne den Mann persönlich und schätze ihn in einem beruflich-fachlichen Kontext. Was er privat tut und für Ansichten hat, weiss ich nicht. Nun könnte man sagen, dass mich das auch nicht näher zu interessieren hat, weil unsere Beziehung rein professioneller Natur ist.
[caption id=“attachment_7250″ align=“alignleft“ width=“290″] Soll mir dieser Mann erzählen, wie CO₂ und Klimawandel zusammenhängen?[/caption]
Nun leben wir in einer Zeit, wo sich Privates und Berufliches immer mehr vermischt. Darum fand er es wohl okay, einen Link zu posten, der schlecht in dieses professionelle Umfeld passt. Es handelte sich um einen Beitrag von KenFM, in dem es ums Klima geht. Abgebildet ist ein Mann, der so aussieht, wie ich mir einen Waldschrat vorstelle. Jedenfalls nicht wie der typische Klimaexperte. Der Kommentar des Freundes: «Soeben gehört. Das Umweltproblem ist weit komplexer, als man es uns verkaufen will.»
Also, die Ausgangslage: Dieser Link gehört mit ziemlicher Sicherheit zu der Sorte, die eine Gegenrede provozieren müsste. Denn er stammt von KenFM. Das ist eine Website, die nach eigenem Anspruch als «medialer Mülltrenner» auftritt, was allein schon ahnen lässt, dass man sie dem «alterntiven» Lager zuordnen muss. Wikipedia formuliert es vorsichtig:
KenFM gilt verschiedenen Quellen als Medium zur Verbreitung von Verschwörungstheorien.
Psiram wird deutlicher; im Beitrag über Ken Jebsen, der KenFM betreibt, steht:
Deutschlandweit bekannt wurde Jebsen 2011 durch seine Entlassung beim RBB, nachdem er verschwörungstheoretische Positionen vertreten hatte und der Vorwurf des Antisemitismus gegen ihn erhoben worden war. Jebsen ist Betreiber des Youtube-Internetkanals KenFM, wo er regelmässig seine Verschwörungstheorien verbreitet.
Was die Klimadebatte angeht, braucht man nur einmal kurz zu googeln, um festzustellen, dass KenFM ins Lager der Leugner gehört.
Inhaltlich dagegen anzustinken, macht zu viel Arbeit
Wenn man also auf inhaltlicher Ebene gegen den Link anstinken wollen würde, dann müsste man sich erst das verlinkte Video ansehen, es dekonstruieren, die Fehler finden, Quellen für die richtigen Fakten anführen und aufzeigen, warum man diesen Link so nicht stehen lassen kann und will.
Dafür fehlt mir erstens die Zeit. Und zweitens bringt es nichts, mit Verschwörungstheoretikern zu diskutieren. Wirklich: Es bringt nichts.
Darum tue ich das nicht. Was ich aber tue, ist kurz in Erfahrung zu bringen, wer der Waldschrat ist. Im Anriss zum Video heisst es: «Wolf-Dieter Storl ist ein Pionier der Permakultur, Ethnobotaniker, Kulturanthropologe und ein Gegner der allseits verbreiteten Meinung, CO₂ allein sei Schuld am Klimawandel¹.»
Über den Mann schreibt Spiegel.de:
Und selbstverständlich wird die Universität rituell geräuchert und gereinigt, bevor das Spektakel beginnt. Der Ethnobotaniker Wolf-Dieter Storl zieht dabei im Kreise seiner Anhänger um die Uni, um bei einem Feuerritual die Schamanen anzurufen. Zwischendurch erklingen Hörner und Trommeln. Der wissenschaftliche Geist muss schliesslich erfolgreich ausgetrieben werden.
An der Stelle darf man die Recherche getrost einstellen, ohne sich das Video zu Gemüte zu führen: Denn wieso sollte man sich den Klimawandel von einem Schamanen erklären lassen – zumal von einem, der den wissenschaftlichen Geist austreiben will? Ein Klimaexperte wäre offensichtlich die bessere Quelle. Und ich sehe keinen Grund, nicht ganz pauschal zu erklären, dass ich Quellen wie KenFM nicht in meinem Social-Media-Feed haben will.
Man darf verlangen, dass man problematische Inhalte nicht unreflektiert vor den Latz geknallt bekommt
Wüki nid. Ich will das Zeug nicht widerlegen und ich will es auch nicht lesen oder ansehen. Und ich möchte nicht, dass es unreflektiert geteilt wird, weil Verschwörungstheoretiker die Feinde der Wahrheit sind. Und Verschwörungstheorien ein gesellschaftliches Gift.
Deshalb verlange ich von den Social-Media-Nutzern in meinem Umfeld eine gewisse Quellenkritik. Wenn jemand einen Punkt rüberbringen will, dann soll er dafür einen Beleg in einem seriösen Medium suchen. Denn wenn es sich um eine Tatsache und nicht um irgend eine Fakenews, eine Verschwörungstheorie, Propaganda oder um ein Hirngespinst handelt, dann findet sich auch ein glaubwürdiger Beweis. Denn anders als die Verschwörungstheoretiker immer wieder behaupten, unterdrücken die ernsthaften Medien keine Informationen.
Also:
Wenn ich diesen Text hier als Kommentar unter deinem Social-Media-Beitrag verlinkt habe, dann bin ich mit deiner Quelle nicht einverstanden. Ich frage mich auch, ob du ein Verschwörungstheoretiker bist, und du das bisher von mir verborgen hast. Oder ob ich es einfach nicht gemerkt habe.
Vielleicht ging es darum, eine Diskussion anzustossen?
Zu deinen Gunsten ziehe ich in Betracht, dass du nicht genügend nachgedacht hast. Vielleicht bist du nicht so medienkompetent, wie ich es erwartet habe. Es könnte sogar sein, dass du eine differenzierte Meinung hast und mit dem Mittel einer Provokation eine Diskussion anstossen wolltest. Das wäre unter Umständen in Ordnung. Aber dann müsstest du in deinem Text zum Link irgend eine entsprechende Andeutung machen.
Du solltest nicht vergessen, dass die Dinge, die du postest, mein Bild von dir prägen – und nicht nur meines, sondern auch das der anderen Leute in deinem Umfeld. Möchtest du als Verschwörungstheoretiker oder als Sympathisant dieser Szene wahrgenommen werden? Denn in einer Zeit, wo sich Berufliches und Privates immer mehr vermischt, könnte sich das auch negativ auf deine professionelle Reputation auswirken.
Wenn es ein einmaliger Ausrutscher war, Schwamm drüber. Aber wenn ich mehr solche Dinge lese, dann wird das unsere Beziehung belasten. Klar, es kann sein, dass dir das egal ist. Vielleicht bist du auf dem Weg zur Radikalisierung. Und dann ist es sowieso unvermeidlich, dass dir dahin nur ein winziger Teil deines Internet-Bekanntenkreises wird folgen wollen.
Falschinformationen sind niemals harmlos
Aber vielleicht bist du dir auch noch nicht so ganz bewusst, dass Verschwörungstheorien keine harmlose Unterhaltung sind: Keine Angst, da geht es dir wie vielen. Aber es wäre nun ein guter Moment, einmal darüber nachzudenken.
Fazit: Du hättest diesen Link nicht posten sollen. Fühl dich frei, ihn zu löschen. Oder deine Motivation zu erklären. Und auch eine Entschuldigung ist sehr in Ordnung.
Fussnoten
1) Ein Strohmann-Argument, wie es im Buch steht: Kein Klimaexperte behauptet, nur CO₂ sei schuld am Klimawandel; «Treibhausgase» wird jeweils im Plural verwendet und wer zuhört, hat zumindest auch von Methan oder Lachgas gehört. ↩
Beitragsbild: Isaiah Rustad/Unsplash, Unsplash-LIzenz
#Facebook #FakenewsDeepfakes #SozialeMedien #Verschwörungstheoretiker
Facebook ist ein schwarzes Loch
Ein schwarzes Loch im All krümmt die Raumzeit und wirkt mit brutalen Gravitationskräften auf die Umgebung, sodass sogar das Licht absorbiert wird. Das erinnert mich an Facebook. Es gibt immer weniger Inhalte im Netz, die dieser Plattform entkommen können. Facebook absorbiert vier Petabyte Daten jeden Tag, habe ich neulich gelesen.
Vier Petabyte sind ziemlich viel. Um diese Datenmenge zu speichern, bräuchte man tausend Vier-TB-Festplatten. Und das jeden Tag, und ohne dass man ein Backup davon hätte. Andererseits: Braucht man von Facebook-Daten wirklich ein Backup?
Ohne Facebook würden die Leute das freie Web nutzen
Aber das ist nicht der Punkt. Mir geht es darum, dass ich vermute, dass ungefähr die gleiche Datenmenge auch entstehen würde, wenn es Facebook nicht gäbe. Nur würde sie nicht in Zuckerbergs schwarzem Loch verschwinden, sondern im freien Internet flottieren: Auf News-Websites, in Internetforen, bei kleineren Social-Media-Plattformen, in Blogs und wo auch immer.
Ein anschauliches Beispiel dafür sind Kommentare. Ich sehe es bei befreundeten Bloggern und den News-Websites: Die Diskussion zu einem Blogbeitrag findet ständig bei Facebook oder manchmal auch auf Twitter statt – nicht auf der Ursprungs-Plattform.
Das ist aus mehreren Gründen ärgerlich:
Erstens natürlich, weil Facebook die Aufmerksamkeit von der Ursprungs-Plattform abzieht. Das Publikum taucht ins schwarze Loch ab und kommt nicht wieder heraus. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich dort viele in die Diskussion einschalten, die den ursprünglichen Beitrag gar nicht gelesen haben. Das ist dann offensichtlich – und besonders ärgerlich –, wenn einer ein Argument einbringt, das im Beitrag angesprochen wurde.
Fragmentierte Debatte
Zweitens, weil es die Debatte fragmentiert. Sollten bei Facebook oder Twitter interessante Diskussionen entstehen, sind die beim Ursprungsbeitrag nicht ersichtlich. Und da man bei Facebook Monate, Wochen oder auch schon Tage später interessante Inhalte nicht mehr findet, sind diese ausgelagerten Diskussionen verloren.
Das Gegenargument ist natürlich, dass man über viele Dinge nicht mit Wildfremden, sondern mit seinen Freunden diskutieren will. Aber das wäre die Leistung, die Facebook durchaus erbringen könnte: Nämlich darauf hinzuweisen, welche meiner Facebook-Freunde sich bei der Primärquelle an der Diskussion beteiligt haben.
Drittens, weil es unverhohlenes Schmarotzertum ist. Das Versprechen ist, dass Facebook als Gegenleistung für die Inhalte, die man dort deponiert, die Reichweite für die eigene Plattform erhöht. Das mag zu einem gewissen Grad so sein. Aber in der Summe kriegt Facebook mehr als die Originalplattform – wegen des Schwarze-Loch-Effekts, und weil sich die Leute immer schwerer tun, sich von Facebook wegzubewegen.
Nicht auf Augenhöhe
Die Unausgewogenheit bezieht sich sowohl auf die Aufmerksamkeit als auch auf das Geld. Ich kann das zwar nicht beweisen, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass Facebook mit vielen Threads mehr Werbeeinnahmen generiert als die Originalquelle.
Das klingt nun ein bisschen so, als würde ich hier zu einer flammenden Rede für das Leistungsschutzrecht ansetzen wollen. Denn die Verleger sagen ebenfalls, dass die grossen Webplattformen auf ihrem Buckel Geld scheffeln. Und auch wenn ich diesem Befund zustimme, halte ich diese Linksteuer, wie Polemiker das Leistungsschutzrecht auch nennen, für keine gute Lösung.
Das aus mehreren Gründen: Die «Linksteuer» ist zu sehr auf die Bedürfnisse der grossen Verlage zugeschnitten. Sie nützt den unabhängigen Inhaltsanbietern nichts. Und sie birgt das Risiko von Kollateralschäden. Die Verlinkung von Inhalten darf nicht zum unkalkulierbaren Unterfangen werden – so funktioniert das Netz einfach nicht.
Denn das Problem ist nicht, dass Facebook Beiträge verlinkt und dem Publikum zugänglich macht. Das Problem ist, wie beschrieben, dass Facebook dieses Publikum wie ein schwarzes Loch verschluckt und nicht wieder hergibt.
Diskussionen zurück zur Quelle
Was könnte man tun? Man könnte Facebook verbieten, Diskussionen zu Beiträgen von Newsplattformen und Blogs abzuhalten: Wer sich darüber auslassen will, muss sich wohl oder übel auf die Originalplattform bemühen. Nur dort wird kommentiert – und sonst nirgendwo. Das hätte nebenbei auch zur Folge, dass viele Debatten gesitteter stattfinden würden. Hier im Blog sind die Kommentare typischerweise nämlich viel freundlicher als im schwarzen Loch. Und ich kann hier auch meine Netiquette durchsetzen, was bei Facebook schwieriger bis nicht möglich ist.
Technisch gesehen wären auch Mischformen möglich: Zum Beispiel, dass Facebook-Diskussionen nicht bei Facebook, sondern unterhalb der Originalquelle eingebunden werden. Natürlich würde das wiederum Datenschutzfragen aufwerfen und vielen Leuten nicht passen – aber darüber nachdenken sollte man trotzdem mal. Plattformen wie Disqus funktionieren schliesslich nicht schlecht und haben ihre Vorteile.
Nachtrag
Eine offene Alternative ist im Beitrag Im freien Netz diskutieren, nicht bei Facebook beschrieben.
Fazit: Ich weiss natürlich, dass mein Anliegen hier illusorisch ist. Facebook wird freiwillig keinen Schritt auf die kleinen Blogger oder die grossen Verleger zugehen. Und wie das unsinnige Leistungsschutzrecht zeigt, ist die Politik nicht in der Lage, sich vernünftige Gegenmassnahmen auszudenken. Letztlich könnte man auch einfach Facebook und die anderen Social-Media-Plattformen ordentlich besteuern und dieses Geld den Inhaltsanbietern – und zwar allen – zukommen lassen. Ja, ich weiss, das klingt nach linksversifften Umverteilungsfantasien. Aber wenn es der Markt nicht regelt…?
Geben wir uns mehr Mühe!
Wie wäre es, wenn zum Anfang wir Nutzer uns mehr Mühe geben würden? Ich will mir angewöhnen, weniger auf Facebook und mehr auf den Ursprungsplattformen zu kommentieren – vor allem auch, wenn die Primärquelle ein Blog oder sonst eine unabhängige Quelle ist.
Beitragsbild: Event Horizon Telescope Collaboration, Attribution 4.0 International
#Bloggen #Facebook #MarkZuckerberg #SozialeMedien
In ein paar Wochen steht mein 32. Geburtstag an. Natürlich habe ich mir überlegt, was ich an diesem Tag machen könnte.
Ziemlich schnell stand fest, dass ich meinen Geburtstag bei meiner Familie verbringen werde und am Abend mit ein paar Freunden losziehe. Man muss allerdings dazu sagen, dass ich dieses Jahr an einem Sonntag Geburtstag habe. Groß feiern am Abend fällt damit eher flach. […]
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#denken #facebook #gesellschaft #instagram #internet #socialMedia

Kinderbräute kann man nun via Facebook verkaufen #Facebook #featured

So geht entfreunden
Ich bilde mir ein, ziemlich umgänglich zu sein. Nicht nur im richtigen Leben, sondern auch online. Das führt dazu, dass ich in sozialen Medien selten unversöhnliche Gräben aufreisse und höchstselten entfreundet oder geblockt werde. Man könnte sich sogar auf den Standpunkt stellen, dass ein Journalist mit einer pointierten Meinung mehr anecken müsste. Denn klare Positionen einnehmen und von allen geliebt werden, das geht nun einmal nicht.
[caption id=““ align=“aligncenter“ width=“500″] Naja, ganz so schlimm ist es nicht. (Bild: geralt/pixabay.com, CC0)[/caption]
Immerhin: Vor Jahren habe ich es geschafft, von @freichgeist (bürgerlich: Markus Felber) geblockt zu werden. Das allerdings noch nicht einmal wegen einer öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheit, bei der ich es ihm so richtig gezeigt und er als schlechter Verlierer nur noch eins zu tun wusste.
Nein, es ging um einen Retweet. Ich weiss den Inhalt nicht genau, aber weil ich noch einen kurzen eigenen Kommentar dazu schreiben wollte, habe ich den Tweet auf eine Weise gekürzt, die ihm nicht gefiel. Heute wäre das kein Problem, weil man Tweets zitieren kann: Der Originaltext bleibt erhalten, und man hat fast die volle Zeichenzahl (280 statt wie damals nur 140) für seinen eigenen Senf zur Verfügung. Man kann also sagen, dass dank des technischen Fortschritts die Welt auf Twitter eine friedlichere ist. Bzw. wäre, wenn es auf Twitter nicht so viele Idioten gäbe.
Frech- oder vielleicht doch kleingeistig?
Was nun @frechgeist angeht, habe ich mich, wie ich das auch im richtigen Leben getan hätte, entschuldigt. Doch das hat ihn nicht gerührt – weswegen ich heute dazu neige, ihn für mich @kleingeist zu nennen.
Aber darum geht es heute gar nicht. Sondern um den Fall von Facebook, wo mich das Schicksal des Entfreundetwerdens neulich ereilt hat. Und dieses Mal offenbar tatsächlich wegen unterschiedlicher Ansichten. Eine Dame hat mir den sozialmedialen Laufpass gegeben, mit der ich mich vorher oft und leidenschaftlich über Nobillag und die libertäre Weltanschauung gestritten habe. Was nun genau der Grund für die Trennung war, weiss ich nicht. Vielleicht hat sie im Nerdfunk gehört, wie ich eine Metaebene zu dieser Debatte aufgemacht habe.
Natürlich unter Wahrung der Anonymität und alles. Trotzdem könnte ich verstehen, dass ihr das nicht gefallen hat. Wobei auch dann wäre die beste Reaktion, das zu thematisieren. Und sich dann von mir gleich in eine Sendung einladen zu lassen, weil IMHO sowohl die Ebene als auch die Metaebene ein interessantes Gesprächsthema ergeben hätten. Oder es war ein Akt der Nächstenliebe. Denn die Debatten waren zeit- und kräfteraubend, ohne dass viel dabei herumgekommen wäre.
Facebook verschweigt, wenn man entfreundet worden ist
Aber darum geht es heute auch nicht. Aufgefallen ist mir, dass erstens Facebook einem in kleinster Weise sagt, wenn man entfreundet worden ist. Ich verstehe, warum: Herr Zuckerberg will, dass alle Nutzer möglichst viel Zeit auf Facebook verbringen und sich dort maximal wohlfühlen. Wenn man entfreundet oder sogar blockiert wird, trübt das die Laune. Und die schlechten Gefühle könnten auch auf Facebook abfärben. Ein Sensibelchen, das zwei-, dreimal hintereinander abserviert wird, könnte sich sogar entschliessen, seinerseits Facebook in die Wüste zu schicken. Und das darf natürlich nicht passieren, findet Herr Zuckerberg.
Was meines Erachtens von Unreife zeugt. Wenn das Befreunden dazu gehört, dann ist auch das Entfreunden unvermeidlich. Abgesehen davon findet man es sowieso heraus, wenn man mit der fraglichen Person intensiv kommuniziert hat, so wie das bei mir der Fall war: Wenn ich mich nicht mehr zweimal täglich über ein hanebüchenes Argument der Nobillag-Initianten aufregen muss, dann fällt mir die plötzliche Ruhe natürlich auf. Da könnte Facebook auch gleich eine Benachrichtigung loslassen mit dem Inhalt: «Frau Hugentobler legt keinen Wert mehr auf Kontakt mit dir. Sie lässt ausrichten, es liege an ihr, nicht an dir.»
Falls der eingebettete Inhalt fehlt, kann er hier angeschaut werden.
Aber selbst darum geht es in diesem Blogpost nicht. Worum es mir geht, ist das: Wenn man entfreundet wurde, dann hat man keinen Zugriff mehr auf die Beiträge und Kommentare, die man mit der Entfreunderin ausgetauscht hat. Auch die Nachrichten beim Messenger sind weg. Zumindest selbst sieht man sie nicht mehr.
Man sieht seine eigenen Inhalte nicht mehr
Ob sie bei der Entfreunderin selbst noch vorhanden sind, weiss ich nicht, aber ich vermute nicht. Das ist einer der Gründe (nebst dem einzelnen Löschen von Kommentaren), weswegen man bei Facebook immer wieder auf Threads stösst, wo offensichtlich nur noch die eine Seite der Konversation vorhanden und die andere fehlt. Auch das ist unbefriedigend. Wieso nicht die Beiträge stehen lassen und zum Beispiel mit «Gelöschter/Entfreundeter Nutzer» anschreiben?
Ich habe nun wie angedeutet, einiges an Zeit in die Diskussion gesteckt und, so bilde ich mir ein, auch das eine oder andere gute Argument ins Feld geführt. Es könnte nun durchaus passieren, dass ich das eine oder andere noch einmal benutzen möchte. Doch das ist nicht möglich, weil sie nicht mehr existieren oder für mich nicht mehr zugänglich sind.
Und das ist ein starkes Stück und zeigt, dass man bei Facebook nicht Herr seines eigenen Contents ist. Ob die verschwundenen Beiträge nun wichtig oder irrelevant, hohe Literatur oder Trash waren, ist völlig nebensächlich: Es sind meine Gedanken, die mir hier weggenommen werden – und das mag ich überhaupt nicht.
Reprendre, c’est voler
Damit bin ich wieder bei der Unreife: Dieser Zuckerberg kapiert einfach nicht, wie Beziehungen funktionieren. Wenn man auseinandergeht, dann dividiert man den Besitz auseinander. Jean-Jacques Goldman hat einmal ein schönes Stück dazu gemacht: «Reprendre, c’est voler», hiess das.
[youtube https://www.youtube.com/watch?v=pNoT1GK2X0Q?feature=oembed&w=640&h=480]Das ist eine gute Handlungsanweisung, selbst wenn die Facebook-Beziehung im Vergleich virtuell, oberflächlich und letztlich eine Randnotiz war. Man nicht nur eine Benachrichtigung erhalten, dass man entfreundet wurde, sondern auch sein ganzes Zeugs, Texte, Fotos, Kommentare, mit einem Schleifchen umwickelt, zurückerhalten. Damit man es selbst wegwerfen oder in die Kiste legen kann, wo man Lebenserfahrung in materieller Form versorgt.
#Facebook #MarkZuckerberg #SozialeMedienEs ist deutlich einfacher, Daten ins Internet zu stellen, als sie wieder zu entfernen. Obwohl man sagt, dass das Internet nichts vergisst, ist es dennoch möglich, ungewollte Daten loszuwerden.
Es gab eine Zeit, in der ich dachte, es sei wichtig, viele Freunde zu haben. Doch die Bedeutung von Freundschaft hat sich durch Plattformen wie Facebook stark verändert. Ein Freund sollte jemand sein, […]
https://www.meskasblog.de/?p=7979
#facebook #freundschaft #instagram #internet #oberflaechlichkeit #rueckblick #socialMedia

Mural by Mr Thoms – In Ferentino, Italy
On Facebook. By Mr Thoms in Ferentino, Italy.https://streetartutopia.com/2014/07/16/mural-mr-thoms-ferentino-italy/
Es ist ziemlich genau drei Wochen her, als ich eine einfache Website online gestellt habe, die für all diejenigen gedacht war, die eben kein Facebook-Profil haben. Den Artikel dazu findet ihr hier. Schon bei der Domainregistrierung dachte ich mir, dass der Name “Facebook” in der Domain ggf. für Probleme sorgen könnte, dachte dann aber an Dinge wie facebookcovers.org, allfacebook.de und […]
https://www.meskasblog.de/?p=2305

Es ist ziemlich genau drei Wochen her, als ich eine einfache Website online gestellt habe, die für all diejenigen gedacht war, die eben kein Facebook-Profil haben. Den Artikel dazu findet ihr hier. Schon bei der Domainregistrierung dachte ich mir, dass der Name “Facebook” in der Domain ggf. für Probleme sorgen könnte, dachte dann aber an Dinge wie facebookcovers.org, allfacebook.de und […]
https://www.meskasblog.de/?p=2273

Happy Birthday Facebook, 10 Jahre gibt es dich jetzt schon und zugegeben – auch wenn ich vor einigen Jahren selbst noch ein großer Facebook-Fan war – so hängt mir dieser ganze Hype inzwischen voll zum Hals raus. Facebook hier, Facebook da – ich könnte brechen… doch ich denke, das liegt einfach irgendwie an meinem Charakter: Was alle gut finden, finde ich grundsätzlich schon mal […]
https://www.meskasblog.de/?p=2098
#charakter #facebook #socialMedia

Facebook-Account löschen? Hab ich gemacht. Komplett. Kein Deaktivieren, kein Drama – einfach gelöscht. In den letzten Tagen kamen ein paar SMS und WhatsApps mit genau dieser Frage:
Hast du deinen Facebook-Account gelöscht?
Ja, hab ich. Die Löschung hab ich vor etwa zwei Wochen beantragt – jetzt ist sie endgültig. Und nein, es gibt kein Zurück. Wieso auch? Das Thema […]
https://www.meskasblog.de/?p=1766

Es ist ziemlich doof, einen Text mit „Meine Freundin hat gesagt…“ anzufangen – klingt irgendwie wie petzen oder… keine Ahnung. Ist halt so ein Satz, bei dem einem sofort das Hirn absäuft. Aber egal. Wie dem auch sei: Meine Freundin hat gesagt, dass ich süchtig bin. Süchtig nach Rockstar. Und ja – ich geb’s zu. Es geht um den Rockstar Energy Gewinn, den ich vor Wochen […]
https://www.meskasblog.de/?p=1738
