đ° Benson Boone spreekt fans aan op 'onbeschoft' gedrag
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đą 19:23 | RTL Nieuws
đž #Zanger #Instagram
Friendsgiving Week posted to Sydneyâs Instagram 11/30/25 https://www.girlselfie.com/709520/friendsgiving-week-posted-to-sydneys-instagram-11-30-25/ #friendsgiving #instagram #posted #SydneySweeney #Sydneys #week

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đ° Makers Kassa 'overspoeld' met steunbetuigingen
https://nieuwsjunkies.nl/artikel/1p7j
đ 14:41 | RTL Nieuws
đž #BNNVARA #Instagram
Breakpoint: Wir alle sollten mehr ĂŒbereinander wissen
Auf Social Media wird Reichweite massenhaft mit intimen Details erzeugt. WĂ€hrend wir Fremden beim Oversharing zusehen, verlieren wir den Blick fĂŒr die Menschen, die wirklich zĂ€hlen. Wir wissen nicht zu viel ĂŒbereinander, findet unsere Kolumnistin: Wir wissen das Falsche ĂŒber die falschen Personen.
Es gibt Momente auf sozialen Medien, die man so sonst nicht mit völlig Fremden erlebt: Wenn ein Creator auf TikTok erklĂ€rt, welche neue Sexualpraktik sein Leben verĂ€ndert hat. Wenn eine Instagram-Story intime Beziehungskonflikte mit der Welt teilt. Oder wenn ein Video namens âGet ready with me, wĂ€hrend ich erklĂ€re, was es mit meinem verĂ€nderten Stuhlgang auf sich hatâ plötzlich auf der eigenen For-You-Page landet. In solchen Momenten taucht ein Meme zuverlĂ€ssig in den Kommentaren auf: ein Screenshot eines New-York-Times-Artikels mit dem Titel âWe should all know less about each otherâ.
Der Artikel aus dem Jahr 2021 beschĂ€ftigte sich eigentlich mit den Polarisierungsmechanismen politischer Internetbubbles. Heute steht der Meme-gewordene Satz hauptsĂ€chlich unter Videos, in denen Menschen ĂŒber ihre Kinks sprechen oder den Streit mit ihrem Partner nachstellen. Solche Inhalte scheinen in den gĂ€ngigen sozialen Medien immer populĂ€rer zu werden und ihre Aufrufzahlen sind oftmals höher als bei anderen Videos desselben Accounts. IntimitĂ€t ist zur öffentlich handelbaren Ressource geworden.
Aus Tabus wird Reichweite
Besonders persönliche Inhalte klicken sich eben besonders gut. Was frĂŒher als Tabuthema galt, ist heute Reichweitenquelle. Je intimer der Inhalt, desto stĂ€rker die Reaktion des Publikums. Likes, Shares und Kommentare sind lĂ€ngst Teil einer Aufmerksamkeitsökonomie, in der Selbstöffnung taktisch eingesetzt wird.
Hierbei geht es mir explizit nicht um diejenigen, die ĂŒber Sex, VerhĂŒtungsmethoden, ihre chronische Krankheit oder andere tabuisierte Themen aufklĂ€ren. Wir sollten nicht aufhören, Themen sichtbar zu machen, nur weil diese angeblich als anstöĂig wahrgenommen werden könnten. Es geht um das gezielte Verkaufen einer vermeintlich realen eigenen IntimitĂ€t. Sie ist nicht viel mehr als eine WĂ€hrung, auf die unserer Voyeurismus einzahlt.
Dabei werden nicht nur einwilligungsfÀhige Erwachsene zu Protagonist:innen eines digitalen Reality-Formats. Auch Kinder tauchen in viralen Challenges auf, obwohl sie der Veröffentlichung nicht zustimmen können.
Menschen mit Behinderungen werden fĂŒr emotionalisierte Storytelling-Formate instrumentalisiert. Damit werden sie zum Material fĂŒr algorithmisch optimierte ErzĂ€hlungen. Warum manche Accountbetreiber scheinbar alles fĂŒr die Likes tun und wem das schadet, durfte ich hier bereits vor ĂŒber zwei Jahren aufschreiben.
Aber nicht nur gesellschaftliche Aspekte machen das ungefilterte Teilen intimster Details fragwĂŒrdig: Das massenhafte Sammeln und die zunehmende Verwertung von Daten durch Plattformbetreiber, etwa zum Trainieren ihrer generativen KIs, macht es unklug, allzu viele intime Informationen ĂŒber sich zu teilen. Gerade gesundheitsbezogene, sexuelle oder reproduktive Inhalte gehören zu den sensibelsten Daten, die nicht leichtfertig in sozialen Medien veröffentlicht werden sollten â und gleichzeitig zu jenen, die oft besonders hohe Klickzahlen hervorrufen.
Inszenierte IntimitÀt
Doch viele dieser âintimen Einblickeâ sind gar nicht intim. Sie sind Inszenierungen. GroĂe Accounts produzieren ErzĂ€hlungen ĂŒber ihr Datingleben, ihre Konflikte oder ihre SexualitĂ€t, die eher an Mini-Episoden einer Soap erinnern als an Alltagserfahrungen. Professionalisierte Creator-Strukturen entwickeln DrehbĂŒcher und konstruieren Geschichten, die in erster Linie Engagement erzeugen sollen. Einem viralen Influencer zu folgen, ist heute das Gleiche wie eine Netflixserie zu schauen.
Wer regelmĂ€Ăig viral gehen will, erzĂ€hlt wahrscheinlich nicht mehr oft aus seinem Leben, sondern schreibt ein Drehbuch. Die angebliche Transparenz ist Kulisse. Die Millionen Follower:innen sehen ein ausgeklĂŒgeltes Skript und nicht das Leben einer realen Person. Das Ergebnis ist paradox: Wir meinen, viel zu viel von anderen zu wissen: zu intime Details in zu exhibitionistischen Geschichten. TatsĂ€chlich wissen wir aber in Wirklichkeit weniger.
WĂ€hrend wir durch inszenierte Dramen scrollen, verlieren wir den Kontakt zu den Menschen, deren Alltag tatsĂ€chlich relevant wĂ€re: Freund:innen, Familie, Kolleg:innen. Zwischen Lohnarbeit und vier, fĂŒnf oder sechs Stunden tĂ€glichem Doomscrolling lĂ€sst sich kaum noch die Zeit finden, reale Personen zu treffen und echte GesprĂ€che zu fĂŒhren.
Soziale Medien erzeugen eine doppelte Verschiebung: Erstens ersetzt der Konsum pseudointimer Inhalte die echte Auseinandersetzung mit realen Personen. Zweitens verschiebt sich unsere Wahrnehmung dessen, was ânormalâ ist. Die dramaturgische Ăberhöhung sozialer Medien macht reale Erfahrungen unscheinbar. Warum sich fĂŒr einen ehrlichen Austausch ĂŒber GefĂŒhle oder Beziehungen interessieren, wenn die Timeline mit Skandalen, GestĂ€ndnissen und emotionalen ExtremzustĂ€nden gefĂŒllt ist?
Das Falsche von den Falschen
Vielleicht ist das eigentliche Problem nicht, dass wir âzu vielâ voneinander wissen. Sondern dass wir das Falsche von den falschen Personen wissen. Wir erfahren intime Details, die entweder kĂŒnstlich produziert sind oder die niemals fĂŒr die Ăffentlichkeit bestimmt waren. Und zugleich wissen wir immer weniger ĂŒber die Menschen, die unser Leben wirklich ausmachen.
Wenn wir wieder mehr von den Menschen um uns herum wissen wollen, mĂŒssen wir uns weniger fĂŒr die Schauspieler:innen in unseren Feeds interessieren. Und welche Details wir selbst auf Instagram oder TikTok teilen, sollten wir uns auch besser zweimal ĂŒberlegen: Nicht aus PrĂŒderie, sondern aus Selbstschutz vor Datensammlung, emotionaler Abstumpfung und um die Beziehungen zu pflegen, die nicht algorithmisch optimiert sind.
Es tut gut, mit Freunden ĂŒber das eigene Datingleben zu quatschen, mit seinem Vater ĂŒber die Gesundheit und mit der besten Freundin ĂŒber den letzten Sex â und es stĂ€rkt die Beziehung, wenn sie das ebenso tun. Diese Zeit und KapazitĂ€t sollten wir einander einrĂ€umen. Auch wenn das ab und zu bedeutet, auf den Dopaminrausch via Instafeed zu verzichten.
Wir alle sollten wieder mehr voneinander wissen. Darauf, auf sozialen Medien darĂŒber zu posten, sollten wir hingegen verzichten.
Carla Siepmann schreibt seit 2022 frei fĂŒr netzpolitik.org. Sie interessiert sich fĂŒr Gewalt im Netz, Soziale Medien und digitalen Jugendschutz. Seit 2023 erscheint ihre monatliche Kolumne auf netzpolitik.org. Kontakt: carla_siepmann@mailbox.org, @CarlaSiepmann. Dieser Beitrag ist eine Ăbernahme von netzpolitik, gemĂ€ss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.
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@RitaWerner
Doch, bist du.
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